Diana bekommt einige Freikarten für Bad Religion und wir gehn alle hin. Ein neues Gesicht, der Severin, süß. Wir sind alle nass und drin in der Tonhalle ist muffel und feucht, "wie Männer T-Shirt in die Ecke geknallt zum trocknen und Bierdunst", sagt Anja.
Wir sind uns alle einig: Bad Religion, das waren früher die bösen Jungs in deiner Klasse oder eine drüber. Die, die vor der Klassenfahrt ins Kloster nochmal den Iro nachschneiden, färben und hochstellen, dazu das passende T-Shirt. Davon gibt es heute Abend genug (Bad Religion T-Shirts und böse Jungens), nur dass die mittlerweile alle Juristen und Unternehmensberater sind. Ich denke die ganze Zeit Benny Götze, Fabian Frischauf und Marco Zink, seid gegrüßt, wo immer ihr auch seid!
Ausserdem sehen wir eine beachtliche Auswahl an Slayer, Metallica, AC/DC und Biohazard T-Shirts. Die Fanshirts am Verkaufsstand haben sich nicht verändert und daher einen hohen Wiedererkennungswert und gehn wie geschnitten Brot.
Wir stehen zu dritt eine halbe Stunde fürs Bier an. "Die müssen alle so viel trinken, um die innere Wut zu beruhigen. Die sind nämlich alle furchtbar wütend."
"Vielleicht nehm ich doch lieber ne Weinschorle?"
Trink schneller befiehlt Stefan, als ich gerade meinen ersten Schluck nehme, wir stellen die Susanne auf die Becher. Gute Frau sagt er, als ich ihm wenige Sekunden später den Becher reiche. Susanne bekommt einen erhöhten Stehplatz, ich stütze sie, damit sie nicht runterfällt. Stefan holt nochmal Bier.
Die Band spielt los, 30 Jahre Bad Religion! Einer zieht sogar sein T-Shirt aus. Der Sänger erzählt einiges, was mich meistens furchtbar nervt. Klimawandel, new dark ages? Der Mann ist Bioprofessor, erklärt Susanne. Ach nee, erfolgreicher Künstler seit 30 Jahren und akademisch erfolgreich? Lassen wir das.
Am Ende des Konzerts gibt es nasse Männer ohne T-Shirt, die werden draussen oder auch drinnen ausgewrungen, das neue Bandshirt schon parat über der Schulter.
"Da war einer mit seinem kleinen Sohn da", meint Anja.
"Da war einer mit seiner neuen Frau da", meint Tom.
Es regnet weiter. Die nassen Männer gehn im Regen heim.
Dienstag, 3. August 2010
Dienstag, 27. Juli 2010
Nähmaschine des Grauens
H&M
Es ist Ende Juli und man bekommt kein Sommerkleid mehr. Der Ausverkauf, traurige Reste des Sommers, hässliche geraffte Oberteile, kaputte Ohrringe mit Federn, einzelne Bikiniteile. Wann hat er wohl angefangen, wenn ich schon zu spät dran bin? Der Herbst ist da und mit ihm die gedeckten Farben. Zumindest in den Warenhäusern. Rot ist offenbar tabu, alles ist lang und unförmig und aus Jerseymaterial. In der Stadt, schwarzgewandete Gruppen. Es ist Juli, die Besuchszeit für die Einkäufer aus den Arabischen Emiraten. Tütenbepackt. Durch die wiederkehrenden Regengüsse. Mit Fenditaschen. Woher kommt dieser Hunger nach Yes-Törtchen? Gibts die eigentlich noch?
Ausserdem Mädchenhorden. Eigentlich sind hier noch keine Ferien, aber ansonsten schon überall, also können es keine Klassenfahrten sein. Geht wahrscheinlich keiner mehr hin, in die Schule. Und wieder ist es unmöglich zu sagen, ob sie 15 oder 18 sind. Spielt dieser Unterschied noch eine Rolle? Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich immer ???-Kasetten gehört hätte oder warum ich sonst alles analysieren würde.
Eclipse
Ich war im Kino und hab die Fortsetzung des Vampirfilms gesehen. Die Mädchenhorde neben mir sagt ständig Ich versteh kein Wort, obwohl sie vorher mehrfach betont hat: Ich muss mich konzentrieren, also Ruhe.
Ist die Originalfassung ohne Untertitel. Sie seufzt auch, wenn der ungefähr 17jährige Hauptdarsteller mit nacktem Oberkörper erscheint, was er einige Mal tut. Offenbar tragen Werwölfe nur Shorts. Die Hauptdarstellerin verbringt den Film damit kritisch, ungläubig und verwirrt dreinzusehn.
Worüber ich mich stundenlang aufregen könnte? In diesem Film (und auch in den Büchern) gibt es keinen Sex. Das ist eigentlich kein Problem für mich. Nein, also ich meine, hier ist Sex an Ehe gebunden und auch damit habe ich kein Problem, nur dass dieser Film aus jeder Zelluloidpore Sex ausströmt. Sie will, er will und der andere auch. Dieses musikunterspülte Verlangen, das niedergeschlagen wird. Dazu mehr verwirrte Blicke, heftige Küsse, wildes den anderen an sich ziehen und Haare wühlen, das ganze Programm. Es ist eine komplett verdrehte Wirkung. Während es im Film darum geht dem Verlangen zu widerstehen, wird jedes Mädel (die meisten minderjährig und unverheiratet und Jungs sind keine anwesend)aus diesem Film gehen und nur eins denken. Beknackt. Ob das im Sinne der Autorin war? Übrigens, wenn ES dann im nächsten Buchband tatsächlich passiert, ist es noch schlimmer, da hilft kein Haare wühlen mehr. Wenn man will, dass Leute keinen Sex haben, hätte ich bessere Ideen. Stundenlang könnt ich mich drüber aufregen. Die SZ schreibt übrigens: Die Hauptdarstellerin verschwindet immer aus der Mitte, um allen Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich selbst hineinzuträumen. Oder so. Beknackt. Musste ich unbedingt sehen.
Es ist Ende Juli und man bekommt kein Sommerkleid mehr. Der Ausverkauf, traurige Reste des Sommers, hässliche geraffte Oberteile, kaputte Ohrringe mit Federn, einzelne Bikiniteile. Wann hat er wohl angefangen, wenn ich schon zu spät dran bin? Der Herbst ist da und mit ihm die gedeckten Farben. Zumindest in den Warenhäusern. Rot ist offenbar tabu, alles ist lang und unförmig und aus Jerseymaterial. In der Stadt, schwarzgewandete Gruppen. Es ist Juli, die Besuchszeit für die Einkäufer aus den Arabischen Emiraten. Tütenbepackt. Durch die wiederkehrenden Regengüsse. Mit Fenditaschen. Woher kommt dieser Hunger nach Yes-Törtchen? Gibts die eigentlich noch?
Ausserdem Mädchenhorden. Eigentlich sind hier noch keine Ferien, aber ansonsten schon überall, also können es keine Klassenfahrten sein. Geht wahrscheinlich keiner mehr hin, in die Schule. Und wieder ist es unmöglich zu sagen, ob sie 15 oder 18 sind. Spielt dieser Unterschied noch eine Rolle? Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich immer ???-Kasetten gehört hätte oder warum ich sonst alles analysieren würde.
Eclipse
Ich war im Kino und hab die Fortsetzung des Vampirfilms gesehen. Die Mädchenhorde neben mir sagt ständig Ich versteh kein Wort, obwohl sie vorher mehrfach betont hat: Ich muss mich konzentrieren, also Ruhe.
Ist die Originalfassung ohne Untertitel. Sie seufzt auch, wenn der ungefähr 17jährige Hauptdarsteller mit nacktem Oberkörper erscheint, was er einige Mal tut. Offenbar tragen Werwölfe nur Shorts. Die Hauptdarstellerin verbringt den Film damit kritisch, ungläubig und verwirrt dreinzusehn.
Worüber ich mich stundenlang aufregen könnte? In diesem Film (und auch in den Büchern) gibt es keinen Sex. Das ist eigentlich kein Problem für mich. Nein, also ich meine, hier ist Sex an Ehe gebunden und auch damit habe ich kein Problem, nur dass dieser Film aus jeder Zelluloidpore Sex ausströmt. Sie will, er will und der andere auch. Dieses musikunterspülte Verlangen, das niedergeschlagen wird. Dazu mehr verwirrte Blicke, heftige Küsse, wildes den anderen an sich ziehen und Haare wühlen, das ganze Programm. Es ist eine komplett verdrehte Wirkung. Während es im Film darum geht dem Verlangen zu widerstehen, wird jedes Mädel (die meisten minderjährig und unverheiratet und Jungs sind keine anwesend)aus diesem Film gehen und nur eins denken. Beknackt. Ob das im Sinne der Autorin war? Übrigens, wenn ES dann im nächsten Buchband tatsächlich passiert, ist es noch schlimmer, da hilft kein Haare wühlen mehr. Wenn man will, dass Leute keinen Sex haben, hätte ich bessere Ideen. Stundenlang könnt ich mich drüber aufregen. Die SZ schreibt übrigens: Die Hauptdarstellerin verschwindet immer aus der Mitte, um allen Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich selbst hineinzuträumen. Oder so. Beknackt. Musste ich unbedingt sehen.
Mittwoch, 30. Juni 2010
MTV
Mittwochs hab ich frei, da geh ich zum Sport. Während der Zeitzähler runter und der Kalorienzähler raufzählt kann ich MTV schauen und morgens kommen da Videos.
Freunde, das wird nichts mehr mit Chad Kroger und seinen Haaren und Nickelback schaffen es tatsächlich ein Video mit allem vollzupacken, wie man überm Teich wohl gerne feiern würde. Mit Stripperinnen im Vorgarten und so. Fast muss ich mich schämen.
Wird das Sportfreunde Fußball WM Lied wohl spätestens nach dem 11.7. nie mehr gespielt werden? Man kann den Titel doch nicht etwa weitererweitern? 54, 74, 90, 2014. Is gut jetzt.
Ein fertiger Franzose trinkt zuviel. Und geht aus, tanzen.
Oh, Jared, was ist mit deinen Haaren los? Wir stehn doch eh alle auf dich, aber ein pinker Irokesenschnitt?
Cypress Hill sind wieder da. Und Snoop Dogg. Mit einer blauperückten Katy Perry im Zuckertraumaland mit anderen süßen Mädels, die Zuckerwatte essen.
Ich hab auch Hunger, allerdings will ich da nur noch runter zu McDonalds. Die 45 Minuten sind rum.
Freunde, das wird nichts mehr mit Chad Kroger und seinen Haaren und Nickelback schaffen es tatsächlich ein Video mit allem vollzupacken, wie man überm Teich wohl gerne feiern würde. Mit Stripperinnen im Vorgarten und so. Fast muss ich mich schämen.
Wird das Sportfreunde Fußball WM Lied wohl spätestens nach dem 11.7. nie mehr gespielt werden? Man kann den Titel doch nicht etwa weitererweitern? 54, 74, 90, 2014. Is gut jetzt.
Ein fertiger Franzose trinkt zuviel. Und geht aus, tanzen.
Oh, Jared, was ist mit deinen Haaren los? Wir stehn doch eh alle auf dich, aber ein pinker Irokesenschnitt?
Cypress Hill sind wieder da. Und Snoop Dogg. Mit einer blauperückten Katy Perry im Zuckertraumaland mit anderen süßen Mädels, die Zuckerwatte essen.
Ich hab auch Hunger, allerdings will ich da nur noch runter zu McDonalds. Die 45 Minuten sind rum.
Donnerstag, 13. Mai 2010
Guten Abend, vielen Dank
Am T-Shirtverkauf liegt ein Flyer. Tell us your Kashmir moment in word, video and photo. Das, liebe Freunde, tue ich nun hiermit.
Irgendwann Anfang 99 lernte ich Jan kennen, der in einer Frankfurter Band Schlagzeug spielte. Oder Bass. Er war 2 Meter groß und ich fand ihn toll. Man sah sich öfter, passte aber alles nicht. Wie soll so was schon laufen, wenn man 19 ist? Ich fuhr nach Frankfurt zum Konzert, wir gingen zusammen in die Batschkapp. Er kam zu meiner Party, ich fuhr wieder mit anderen Freunden nach Frankfurt und feierte mit ihm. Wir saßen stundenlang im Cafe Karin. Er stand auf eine andere. Wußte auch sonst noch nicht was und wie. Das ganz normale eben. Wir verbrachten auch Silvester 99 zusammen, redeten da aber schon nicht mehr. Maxi trug ein T-Shirt: Ready for 3000? Jan wollte den ganzen Abend New Year´s Eve von Kashmir hören. Ich kaufte mir The good life eher aus nostalgischen Gründen. Hörte erstmal nur noch das. Kaufte mir 2003 Zitilities. Klar hab ich noch andere Bands gehört, aber Kashmir konnte ich tagelang, wochenlang hören, ohne das Über-Gefühl zu haben, das es mir bis heute unmöglich macht Californication einzulegen.
2004 in Köln. Es fand eine Label oder sonstwas Party statt, die ich mir nicht leisten konnte und sagte zu meiner Mitbewohnerin, der perfekten Anne, ich wäre eh nur wegen Kashmir hingegangen. Am nächsten Morgen erzählte mir die perfekte Anne strahlend, die blöde Kuh, rat mal wen ich kennen gelernt hab. Die sind ja so toll, blablabla. Hass. Hör dir erstmal ne CD an. Die perfekte Anne stand dafür auf jedem Kölner Konzert auf der Gästeliste und traf Kashmir auch während ihres Auslandspraktikums in Australien. Sie hat mittlerweile 3 Kinder, einen Sohn hat sie nach dem Gitarristen benannt. Und sie ist eigentlich ne Nette.
2004 bei Rock am Ring. Lauter kreischende junge blonde Mädchen bei diesem Nachmittagskonzert. Ich hol mir ein Autogramm.
59:1
Wir stehen vor der Bühne. Vor uns, das müssen alles Dänen sein. Eine Riesenfrau (und ich denke Daryl Hannah) schiebt sich durch und bleibt vor Felix stehn. Gedrängt rieche ich frisch gewaschene T-Shirts. Zum Glück. Ich muss die Band auch nicht sehen. Denke Aftermath, Ramparts, Gorgeous. Und bekomme einen wunderschönen Abend mit einer der besten Bands der Welt.
Irgendwann Anfang 99 lernte ich Jan kennen, der in einer Frankfurter Band Schlagzeug spielte. Oder Bass. Er war 2 Meter groß und ich fand ihn toll. Man sah sich öfter, passte aber alles nicht. Wie soll so was schon laufen, wenn man 19 ist? Ich fuhr nach Frankfurt zum Konzert, wir gingen zusammen in die Batschkapp. Er kam zu meiner Party, ich fuhr wieder mit anderen Freunden nach Frankfurt und feierte mit ihm. Wir saßen stundenlang im Cafe Karin. Er stand auf eine andere. Wußte auch sonst noch nicht was und wie. Das ganz normale eben. Wir verbrachten auch Silvester 99 zusammen, redeten da aber schon nicht mehr. Maxi trug ein T-Shirt: Ready for 3000? Jan wollte den ganzen Abend New Year´s Eve von Kashmir hören. Ich kaufte mir The good life eher aus nostalgischen Gründen. Hörte erstmal nur noch das. Kaufte mir 2003 Zitilities. Klar hab ich noch andere Bands gehört, aber Kashmir konnte ich tagelang, wochenlang hören, ohne das Über-Gefühl zu haben, das es mir bis heute unmöglich macht Californication einzulegen.
2004 in Köln. Es fand eine Label oder sonstwas Party statt, die ich mir nicht leisten konnte und sagte zu meiner Mitbewohnerin, der perfekten Anne, ich wäre eh nur wegen Kashmir hingegangen. Am nächsten Morgen erzählte mir die perfekte Anne strahlend, die blöde Kuh, rat mal wen ich kennen gelernt hab. Die sind ja so toll, blablabla. Hass. Hör dir erstmal ne CD an. Die perfekte Anne stand dafür auf jedem Kölner Konzert auf der Gästeliste und traf Kashmir auch während ihres Auslandspraktikums in Australien. Sie hat mittlerweile 3 Kinder, einen Sohn hat sie nach dem Gitarristen benannt. Und sie ist eigentlich ne Nette.
2004 bei Rock am Ring. Lauter kreischende junge blonde Mädchen bei diesem Nachmittagskonzert. Ich hol mir ein Autogramm.
59:1
Wir stehen vor der Bühne. Vor uns, das müssen alles Dänen sein. Eine Riesenfrau (und ich denke Daryl Hannah) schiebt sich durch und bleibt vor Felix stehn. Gedrängt rieche ich frisch gewaschene T-Shirts. Zum Glück. Ich muss die Band auch nicht sehen. Denke Aftermath, Ramparts, Gorgeous. Und bekomme einen wunderschönen Abend mit einer der besten Bands der Welt.
Mittwoch, 14. April 2010
Die Uhr
Eine Kundin.
"Ahh, ich sehe Sie haben auch die Uhr.!
"Ja, in weiß."
"Ach, in weiß gabs die auch?"
"Ja, die fand ich gut. Kaufhof hatte nur drei Farben da und ich krieg da Prozente."
"Ja, die passt auch zu allem in weiß."
"Ihre ist auch sehr schön, schöner Blauton."
"Heute passt sie aber nicht zur Kleidung."
"Das ist völlig egal. Man darf alles trgaen."
"Ja, aber in weiß..."
"Ich möchte mir auch gern noch eine andere Farbe kaufen."
"Ja, nicht schlecht. Die kann man ja auch bezahlen."
"Ich war mir nicht sicher, ob sie schnell dreckig werden würde. Die Verkäuferin trug ihre erst seit kurzem. Aber das Band soll nur ein Jahr halten."
"Wenn man sie immer trägt nutzt es sich vielleicht schnell ab."
"Und sie tickt sehr laut."
"Stimmt, das haben die immer schon getan. Ich muss sie nachts immer verbannen."
"Ja..ehmm...Tüte?"
"Ja, danke, schönen Tag noch."
"Wiedersehn."
"Ahh, ich sehe Sie haben auch die Uhr.!
"Ja, in weiß."
"Ach, in weiß gabs die auch?"
"Ja, die fand ich gut. Kaufhof hatte nur drei Farben da und ich krieg da Prozente."
"Ja, die passt auch zu allem in weiß."
"Ihre ist auch sehr schön, schöner Blauton."
"Heute passt sie aber nicht zur Kleidung."
"Das ist völlig egal. Man darf alles trgaen."
"Ja, aber in weiß..."
"Ich möchte mir auch gern noch eine andere Farbe kaufen."
"Ja, nicht schlecht. Die kann man ja auch bezahlen."
"Ich war mir nicht sicher, ob sie schnell dreckig werden würde. Die Verkäuferin trug ihre erst seit kurzem. Aber das Band soll nur ein Jahr halten."
"Wenn man sie immer trägt nutzt es sich vielleicht schnell ab."
"Und sie tickt sehr laut."
"Stimmt, das haben die immer schon getan. Ich muss sie nachts immer verbannen."
"Ja..ehmm...Tüte?"
"Ja, danke, schönen Tag noch."
"Wiedersehn."
Sonntag, 28. März 2010
Schlachtgerüste aus Leidenschaft
Levve in Minga par excellence!
Fasten
Es ist Fastenzeit und man fastet. Ich kann zur Fastenzeit nur sagen, dass die Maultaschen zur Fastenzeit erfunden wurden, da ein schlauer Mönch aus Schwaben Fleisch mit Teig umwickelte um Gott zu bescheissen und unbemerkt Fleisch essen zu können. Freitags gibts Fische zur Fastenzeit. Hier werde ich gebeten Einladungen erst nach Ostern auszusprechen, da auf Alkohol verzichtet wird. Eine Freundin verzichtet auf Schokolade, von der sie normalerweise eine Schachtel am Tag in Büro vernichtet, und zwar nicht süß Stück für Stück sondern ziemlich gierig.
Ich hab mal Heilfasten ausprobiert, aber ich werds euch ersparen. Allerdings sollen Einläufe wirklich gesund sein. Die Idee des Verzichts in der Religion. Andere sollten auf ganz andere Sachen verzichten können und können es auch nicht. Lassen wir das.
Wacken
Ich hatte Kunden da, die gerieten in Verzückung beim Anblick der Sporks, einer gewitzten Kombination aus Gabel, Messer und Löffel.
"Gibts den auch in schwarz?"
"Ist leider aus. Ich hab ihn nur in anderen Farben da."
"Ne, wir brauchen den in schwarz. Unser Sohn fährt nach Wacken."
Auf meiner Theke liegt ihre Ausbeute: Campingklappstuhl, 3 mal Fertigfutter, ein Schlafsack.
"Ist es ihr erstes Mal?"
"Wir waren zusammen bei Rock im Park. Aber jetzt hat er gesagt, er will mal allein."
Das Geld kommt aus der Wand
Wir gehn aus und vertrinken zu Monatsende das Geld, das erst kommen wird.
Im Netzer ist es erstmal ruhig, wir trinken Bier und Rum Cola.
"Kannst auch Cuba sagen, das versteh ich auch", sagt die Bedienung.
Dann versuchen wir es in der Blumenbar nebenan, neuer Laden des Münchner Verlags. Sauvoll, elektronisch.
Wir gehen wieder, wollen noch ein bischen rumziehen. Wird ja wohl kein Problem sein. Sin ja im Glockenbach. Überall stapeln sich die Leute. Ich bin genervt.
Im K&K Club wird es noch schlimmer. Ich will hier raus und werde wieder nüchtern. Ich sehe überall gleich aussehende Leute. Und Riesenegos. Wie Hammerhaie.
Wir gehn ins Maroto. Unterwegs gibts schon ne Riesendiskussion.
"Willst mir doch nicht sagen, dass es in Köln mher coole Läden gibt."
"Doch, eins, zwei, drei."
"Da waren wir nie. In Köln gibts auch schlimme Läden am Friesenplatz."
"Da waren wir aber auch nie."
"Und der Rose Club ist für Kinder."
"Ist es nicht."
Im Maroto rauchen zwei Frauen auf dem Damenklo.
"Wie im Flugzeug", sage ich. Das finden sie wohl witzig.
Auf dem Männerklo wird gekokst.
Wir gehen zurück ins Netzer. Mittlerweile ist es so ätzend wie man es gewöhnt ist. Alle Sardinen dürfen rein. Die Musik ist auch nicht besser.
"Wieso sind wir wieder hier?"
"Weil die anderen da sind."
"Warum sind wir nicht im Maroto geblieben?"
Wir bleiben. Von einem Schluck auf den nächsten bin ich fertig und schlafe erstmal.
Wir probieren es irgendwann bestimmt nochmal.
Oh, und ich bin großer Freund des Rennsalons.
Berlin
Als Zugezogene war es mir zu Beginn nicht bewusst, dass Berlin hier ein rotes rotes Tuch ist.
Das und anderes wurde mir deutlich vor Augen geführt, als ein Münchner Blog über die Schließung des Excess, einem Laden mit Kultstatus im oben besuchten Glockenbachviertel, berichtete. Der Inhalt war schnell überrissen. Excess macht zu, ein weiterer Laden geht, Gentrifizierung, ehemaliger Dönerladen, kultig, voll, laut, Lärmbelästigung, neuer Laden woanders. Was folgte war eine großartige Kommentarreihe zwischen mehreren Menschen, die alles sehr klar macht.
"Gut so, dann kann ich endlich wieder in Ruhe schlafen."
"Du Arschloch, wenns dir zu laut ist, zieh doch an den Starnberger See."
"Ich dachte der Türsteher passt auf wie ein Luchs."
"Ich hab keine Probleme."
"Vielleicht hast du bessere Fenster. Und ich hab echt nichts gegen Feiern. Selbst in Berlin wars nicht so laut."
"Es kotzt mich voll an, dass alles immer mit Berlin verglichen wird. Hast wohl Prenzlauer Berg gewohnt, da passiert das gleiche wie hier."
"Hab gehört, es soll schon eine neue Location geben."
"Jetzt sind überall Yuppies, alles ist vollgekotzt und prollig."
"Wandel kann man nicht aufhalten."
"Ich würd gern da wohnen, ist aber dank der Wichtigtuer nicht mehr bezahlbar."
"Wer Abwechslung bei Kneipen sucht, sollte nach Berlin ziehen."
"Ich wohn schon länger da als alle und es ist echt immer schlimmer geworden."
"Dann zieh weg."
Liebe Freunde,
für mich war Berlin nie die reine Erfüllung und Glückseligkeit, hier allerdings
ausgehtechnisch-kulturell wohl ein nicht gern gesehener Vergleich und das Ansprechen des Themas erfordert schon sowas wie Zivilcourage. Ansonsten verabscheuen sich die Menschen. Alles beim Alten.
Fasten
Es ist Fastenzeit und man fastet. Ich kann zur Fastenzeit nur sagen, dass die Maultaschen zur Fastenzeit erfunden wurden, da ein schlauer Mönch aus Schwaben Fleisch mit Teig umwickelte um Gott zu bescheissen und unbemerkt Fleisch essen zu können. Freitags gibts Fische zur Fastenzeit. Hier werde ich gebeten Einladungen erst nach Ostern auszusprechen, da auf Alkohol verzichtet wird. Eine Freundin verzichtet auf Schokolade, von der sie normalerweise eine Schachtel am Tag in Büro vernichtet, und zwar nicht süß Stück für Stück sondern ziemlich gierig.
Ich hab mal Heilfasten ausprobiert, aber ich werds euch ersparen. Allerdings sollen Einläufe wirklich gesund sein. Die Idee des Verzichts in der Religion. Andere sollten auf ganz andere Sachen verzichten können und können es auch nicht. Lassen wir das.
Wacken
Ich hatte Kunden da, die gerieten in Verzückung beim Anblick der Sporks, einer gewitzten Kombination aus Gabel, Messer und Löffel.
"Gibts den auch in schwarz?"
"Ist leider aus. Ich hab ihn nur in anderen Farben da."
"Ne, wir brauchen den in schwarz. Unser Sohn fährt nach Wacken."
Auf meiner Theke liegt ihre Ausbeute: Campingklappstuhl, 3 mal Fertigfutter, ein Schlafsack.
"Ist es ihr erstes Mal?"
"Wir waren zusammen bei Rock im Park. Aber jetzt hat er gesagt, er will mal allein."
Das Geld kommt aus der Wand
Wir gehn aus und vertrinken zu Monatsende das Geld, das erst kommen wird.
Im Netzer ist es erstmal ruhig, wir trinken Bier und Rum Cola.
"Kannst auch Cuba sagen, das versteh ich auch", sagt die Bedienung.
Dann versuchen wir es in der Blumenbar nebenan, neuer Laden des Münchner Verlags. Sauvoll, elektronisch.
Wir gehen wieder, wollen noch ein bischen rumziehen. Wird ja wohl kein Problem sein. Sin ja im Glockenbach. Überall stapeln sich die Leute. Ich bin genervt.
Im K&K Club wird es noch schlimmer. Ich will hier raus und werde wieder nüchtern. Ich sehe überall gleich aussehende Leute. Und Riesenegos. Wie Hammerhaie.
Wir gehn ins Maroto. Unterwegs gibts schon ne Riesendiskussion.
"Willst mir doch nicht sagen, dass es in Köln mher coole Läden gibt."
"Doch, eins, zwei, drei."
"Da waren wir nie. In Köln gibts auch schlimme Läden am Friesenplatz."
"Da waren wir aber auch nie."
"Und der Rose Club ist für Kinder."
"Ist es nicht."
Im Maroto rauchen zwei Frauen auf dem Damenklo.
"Wie im Flugzeug", sage ich. Das finden sie wohl witzig.
Auf dem Männerklo wird gekokst.
Wir gehen zurück ins Netzer. Mittlerweile ist es so ätzend wie man es gewöhnt ist. Alle Sardinen dürfen rein. Die Musik ist auch nicht besser.
"Wieso sind wir wieder hier?"
"Weil die anderen da sind."
"Warum sind wir nicht im Maroto geblieben?"
Wir bleiben. Von einem Schluck auf den nächsten bin ich fertig und schlafe erstmal.
Wir probieren es irgendwann bestimmt nochmal.
Oh, und ich bin großer Freund des Rennsalons.
Berlin
Als Zugezogene war es mir zu Beginn nicht bewusst, dass Berlin hier ein rotes rotes Tuch ist.
Das und anderes wurde mir deutlich vor Augen geführt, als ein Münchner Blog über die Schließung des Excess, einem Laden mit Kultstatus im oben besuchten Glockenbachviertel, berichtete. Der Inhalt war schnell überrissen. Excess macht zu, ein weiterer Laden geht, Gentrifizierung, ehemaliger Dönerladen, kultig, voll, laut, Lärmbelästigung, neuer Laden woanders. Was folgte war eine großartige Kommentarreihe zwischen mehreren Menschen, die alles sehr klar macht.
"Gut so, dann kann ich endlich wieder in Ruhe schlafen."
"Du Arschloch, wenns dir zu laut ist, zieh doch an den Starnberger See."
"Ich dachte der Türsteher passt auf wie ein Luchs."
"Ich hab keine Probleme."
"Vielleicht hast du bessere Fenster. Und ich hab echt nichts gegen Feiern. Selbst in Berlin wars nicht so laut."
"Es kotzt mich voll an, dass alles immer mit Berlin verglichen wird. Hast wohl Prenzlauer Berg gewohnt, da passiert das gleiche wie hier."
"Hab gehört, es soll schon eine neue Location geben."
"Jetzt sind überall Yuppies, alles ist vollgekotzt und prollig."
"Wandel kann man nicht aufhalten."
"Ich würd gern da wohnen, ist aber dank der Wichtigtuer nicht mehr bezahlbar."
"Wer Abwechslung bei Kneipen sucht, sollte nach Berlin ziehen."
"Ich wohn schon länger da als alle und es ist echt immer schlimmer geworden."
"Dann zieh weg."
Liebe Freunde,
für mich war Berlin nie die reine Erfüllung und Glückseligkeit, hier allerdings
ausgehtechnisch-kulturell wohl ein nicht gern gesehener Vergleich und das Ansprechen des Themas erfordert schon sowas wie Zivilcourage. Ansonsten verabscheuen sich die Menschen. Alles beim Alten.
Samstag, 30. Januar 2010
Nadine denkt nach
Ich hab doch keine Ahnung was die Jugend denkt und fühlt,
aber ich kann mir schon vorstellen, dass es irgendwas sein wird, soviel wie ich damals nachgedacht und gefühlt hab. Und das unbändige Gefühl mit allen darüber reden zu müssen. Allerdings sind diese Zeiten vorbei. Es ist wie ein Labyrinth, Wände erheben sich hinter einem und man kann weder zurück, noch sieht man etwas. Das sind vergangene Zeiten und man vergisst sie. man sieht noch die hässliche Brille, die Zahnspange. Bis man die Karottenhosen endlich los hatte. Und das wo immer alles da war und das ist jetzt nicht anders. Dann kam die krasse Zeit dazwischen. Und jetzt. Ich verstehe die Musik nicht und die Mode und natürlich ist es völlig egal, weil ich keinen in dem Alter daheim hab, aber ich schau mich um und ich kann nicht mehr sagen, ob sie minderjährig sind oder schon 18. Ich tendiere zu älter. sie sehen alt aus. Das liegt vielleicht an der stadt. Kann mir aber auch keiner sagen. jedenfalls siezt einen jetzt jeder, die eigene Jugend ist vorbei und wir gehn zum rumwippen in irgendwelche Läden und lästern über die, die älter sind oder anders. Muttis in Strickjacken und warum sehen die alle aus wie Pädagogik- oder Ethnologiestudenten.Ich denk an früher, da wollte man immer weg. Jetzt ist anders. Richtig tanzen ist nicht und es ist weg wie die Erinnerung an all das worüber ich in meiner Jugendzeit nachgedacht hab und daüber die ganze Zeit geredet hab und mit allen. Ich brauche Alkohol um locker zu werden und starre in leere Ecken und sage mir, es kennt dich keiner und alle anderen sind betrunken. Das Gefühl ist irgendwie falsch, Freunde lassen sich scheiden und das war ein Fehler und eigentlich ist man doch immer allein. Ich will den ganzen Tag Element of Crime hören. Die gibts schon ewig und als ich jung war hab ich die nicht gehört. Ausserdem will ich zu meinem Rotwein eine Zigarette und darf daheim nicht. Früher hab ich im Bett getrunken und geraucht. Nachts schreit jemand im Treppenhaus, 2 Minuten alle paar Tage und keiner ruft die Polizei, ich auch nicht. Man gewöhnt sich an alles.
Sie sind völlig gesund, sagt mein Arzt. Die Blutwerte sind super. Nein ich weiß auch nicht. Vielleicht haben Sie eine kleine Winterdepression, gehen Sie raus, in die Berge, Ski fahren oder rodeln, dann kriegen Sie ein bischen Sonne ab!
aber ich kann mir schon vorstellen, dass es irgendwas sein wird, soviel wie ich damals nachgedacht und gefühlt hab. Und das unbändige Gefühl mit allen darüber reden zu müssen. Allerdings sind diese Zeiten vorbei. Es ist wie ein Labyrinth, Wände erheben sich hinter einem und man kann weder zurück, noch sieht man etwas. Das sind vergangene Zeiten und man vergisst sie. man sieht noch die hässliche Brille, die Zahnspange. Bis man die Karottenhosen endlich los hatte. Und das wo immer alles da war und das ist jetzt nicht anders. Dann kam die krasse Zeit dazwischen. Und jetzt. Ich verstehe die Musik nicht und die Mode und natürlich ist es völlig egal, weil ich keinen in dem Alter daheim hab, aber ich schau mich um und ich kann nicht mehr sagen, ob sie minderjährig sind oder schon 18. Ich tendiere zu älter. sie sehen alt aus. Das liegt vielleicht an der stadt. Kann mir aber auch keiner sagen. jedenfalls siezt einen jetzt jeder, die eigene Jugend ist vorbei und wir gehn zum rumwippen in irgendwelche Läden und lästern über die, die älter sind oder anders. Muttis in Strickjacken und warum sehen die alle aus wie Pädagogik- oder Ethnologiestudenten.Ich denk an früher, da wollte man immer weg. Jetzt ist anders. Richtig tanzen ist nicht und es ist weg wie die Erinnerung an all das worüber ich in meiner Jugendzeit nachgedacht hab und daüber die ganze Zeit geredet hab und mit allen. Ich brauche Alkohol um locker zu werden und starre in leere Ecken und sage mir, es kennt dich keiner und alle anderen sind betrunken. Das Gefühl ist irgendwie falsch, Freunde lassen sich scheiden und das war ein Fehler und eigentlich ist man doch immer allein. Ich will den ganzen Tag Element of Crime hören. Die gibts schon ewig und als ich jung war hab ich die nicht gehört. Ausserdem will ich zu meinem Rotwein eine Zigarette und darf daheim nicht. Früher hab ich im Bett getrunken und geraucht. Nachts schreit jemand im Treppenhaus, 2 Minuten alle paar Tage und keiner ruft die Polizei, ich auch nicht. Man gewöhnt sich an alles.
Sie sind völlig gesund, sagt mein Arzt. Die Blutwerte sind super. Nein ich weiß auch nicht. Vielleicht haben Sie eine kleine Winterdepression, gehen Sie raus, in die Berge, Ski fahren oder rodeln, dann kriegen Sie ein bischen Sonne ab!
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